​​Interview mit Freilassinger Anzeiger

10. Februar 2020

​​​Interessante Fragen zur Bürgermeisterkandidatur in Ainring

 

Ein Bürgermeister ist von einer 38-Stunden-Woche weit entfernt. Warum ausgerechnet dieser Job?
Weil ich nicht auf die Uhr schaue und die Zeit stoppe, wenn ich für eine Sache brenne! Und genau das tue ich für meine Heimatgemeinde. Ich bin seit zwölf Jahren für die Ainringer Bürgerinnen und Bürger im Gemeinderat und Kreistag aktiv. In der Zeit habe ich viel gelernt – auch über mich und was mich antreibt.

Wie schätzen Sie Ihre Chancen ein?
Bei zwei Kandidaten liegen die Chancen grundsätzlich mal bei 50:50. Wir geben uns als CSU natürlich alle Mühe, die Wähler von unseren Kandidaten für den Bürgermeister und den Gemeinderat zu überzeugen. Unser Vorteil ist die ausgewogene Mischung der Kandidaten aus allen Lebensbereichen, Gemeindeteilen, Berufen, Erfahrungen und gesellschaftlichen Aktivitäten. Die CSU bietet einfach in ihrer Gesamtheit die besten Kandidaten, um die Zukunft der Gemeinde zu gestalten.

Plakat Kluba -497-
 

Was sagt denn Ihr Chef dazu, dass er womöglich auf Sie als Mitarbeiter verzichten muss?
Wir haben ein gutes Verhältnis. Er kennt mein kommunalpolitisches Engagement schon seit Jahren. Meine Kandidatur dürfte daher keine Überraschung gewesen sein. 

In welchem Bereich gibt es in Ainring am meisten zu tun?
Dank der CSU und Bürgermeister Hans Eschlberger wurden in den zurückliegenden 18 Jahren wichtige Entscheidungen getroffen. Die Gemeinde steht heute auf einer guten und soliden Grundlage. Wir können uns also auf die Herausforderungen der Zukunft konzentrieren. Die liegen sicher im Bereich Wohnen, Bauen und Mobilität. Die Digitalisierung wird unser Zusammenleben stärker verändern als viele bislang glauben. Die Auswirkungen des Klimawandels bringen Veränderungen mit sich, die sich auf unsere Umwelt genauso auswirken werden wie auf unser Alltagsleben. Darauf müssen auch wir als Gemeinde reagieren.

Was wollen Sie anders machen als Hans Eschlberger?
Hans Eschlberger hat vieles angestoßen und begonnen, das ich weiterführen möchte. Es wird daher keine großen Brüche geben, sondern eine Kontinuität in der Gemeindepolitik. Die CSU und ich wollen, dass wir auch weiterhin ein verlässlicher Partner bleiben für unsere Bürger, Nachbarn (Gemeinden), die Unternehmen und alle, mit denen wir als Gemeinde zusammenarbeiten. Aber natürlich sind wir zwei unterschiedliche Menschen, die anders denken, handeln und kommunizieren. Die Unterstützung der Vereine ist mir ein besonderes Anliegen, denn hier wird die beste Jugendarbeit gemacht. In den Vereinen haben viele Menschen eine Heimat und ihre Freunde gefunden.

Wie schafft man es, als Politiker glaubhaft zu bleiben?
Nie etwas versprechen, wenn man schon weiß, dass es nicht haltbar ist. Nie etwas versprechen, wenn man nicht dahintersteht. Nie etwas versprechen, wenn man sich in einem Thema nicht auskennt.

Wie gehen Sie mit Stress um?
Stress muss ja nicht negativ sein. Positiver Stress beflügelt mich und bringt mich zu Höchstleistungen. Negativer Stress lässt sich natürlich nicht vermeiden, aber dafür habe ich zum Ausgleich den Sport. An der Saalach laufe ich gerne die Uferwege entlang. Das macht den Kopf wieder frei und lässt mich zur Ruhe kommen.

Was mögen Sie am wenigsten an sich selbst?
Hin und wieder wünsche ich mir etwas mehr Geduld. Angeblich kommt die mit dem Alter.

Welchen Fehler bzw. Entscheidung in Ihrem Leben würden Sie gern rückgängig machen?
Nicht viele. Im Nachhinein ärgert es mich, dass ich als Kind vielleicht doch ein Instrument hätte lernen sollen und es nicht getan habe. Andererseits war ich schon als Kind begeisterter Eisstockschütze und das bin ich bis heute. Und man kann nun mal schlecht alles auf einmal machen.

Welche (politische) Hoffnung haben Sie aufgegeben?
Ich würde niemals eine Hoffnung aufgeben. 

Welches Kindheitserlebnis hat Sie geprägt?
Die Gemeinschaft in unseren Vereinen.

In meiner ersten Arbeitswoche als Bürgermeister würde ich…
… versuchen, mit allen Mitarbeitern der Gemeinde zu sprechen und sie besser kennen zu lernen.

Greta Thunberg ist für mich….
… ein tolles Beispiel dafür, wie Menschen ein Thema in die Öffentlichkeit bringen können.

Gerne mal die Meinung geigen würde ich…..
… dem Bundesgesundheitsminister, der unsere ärztliche Versorgung auf dem Land gefährdet.

Ungeschickt stellte ich mich an bei…..
… Schwimmwettbewerben.

Nur mit Humor ertragen kann ich…
… die politischen Gesprächsrunden im Fernseher.

Das letzte Mal beim Beichten war ich…..
… im November 2019, als ich meinem Vater gebeichtet habe, dass ich an seinem Geburtstag nicht da sein werde.